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Was ich immer schon einmal machen wollte (1): Bayerntrainer sein

Fußball ist die schönste aller Sportarten. Man rennt, man kämpft, man schießt Tore. Die etwas besseren machen zwischendrin auch ab und zu einen Trick, die etwas schlechteren ein grobes Foul oder dumme Fehler; aber im Grunde reichen doch die ersten drei genannten Tätigkeiten, um Fußball zu spielen. Dass daraus ein riesiges Medienereignis, ein Kulturspektakel, der größte Sport überhaupt entstehen kann, ist wohl schwer nachzuvollziehen. Aber wer das schon nicht versteht, wird beim Gedanken an Paris Hilton wohl vollkommen den Verstand verlieren. Es ist, wie es ist, und der größte Verein der Welt oder immerhin Europas oder immerhin Deutschlands ist der große FC Bayern München. 21 Mal (bald 22) Deutscher Meister, 14 Mal DFB-Pokalsieger, 6 Mal Ligapokalsieger und auch international ab und zu ganz gut dabei (Champions League-Sieger 1974, 1975, 1976, 2001; UEFA-Pokalsieger 1996; Weltpokalsieger 1976, 2001).


Grobes Foul oder dummer Fehler? Manchmal schwer zu unterscheiden.

Um es als Spieler bis in diese Mannschaft zu schaffen, würde es für mich noch nicht einmal reichen, wenn alle auf Lell-Niveau spielten. Zumal der Zug nicht nur was das Talent angeht abgefahren ist, sondern auch was das Alter angeht. Mein Weg ist also der eines José Mourinho: vom talentfreien Spieler zum erfolgreichen Trainer. Jürgen Klinsmann (vom talentreichen Spieler zum erfolgsfreien Trainer), wurde soeben beim FC Bayern entlassen, Jupp Heynckes (geschätzte 125 Jahre) wurde als Interimstrainer engagiert. Es würde mich nicht wundern, wenn Uli Hoeneß auf der Suche nach einem Nachfolger auf mich aufmerksam werden würde. Ich bin charismatisch, ich kann schreien und ich kann nicht nur ein Spiel lesen, sondern auch den Spielbericht. Ich würde eine Mannschaft aufbauen, die mit einem epochemachenden 4-3-3 (adieu Raute, adieu Doppelsechs) Europas Elite schwindelig spielt und die Bundesliga im Vorbeigehen dominiert. Es gäbe keine Ottls oder Lells mehr, keine Rowdies wie van Bommel oder Stackser wie Luca Toni. Nur noch technisch versierte, junge Talente, die das Gesicht des Clubs über Jahre prägen und an die Epoche Mitte der 70er erinnern.

Aber nein, an der Säbener Straße werden weiterhin engstirnig kleine Brötchen gebacken. Statt ein bis zwei Jahre auf einen Titel zu verzichten, um dann erst recht und mit größerer Vehemenz zuzuschlagen, fährt man das Sicherheitsprogramm und wundert sich, warum man nicht mehr zur Crème in Europa gehört. Lieber FCB, wenn du mich nett bitten würdest, nähme ich die langwierige Trainerausbildung auf mich. Ich würde mich hocharbeiten, vom Jugendtrainer zu den Amateuren bis zu den Lehrgängen, auf die Matthias Sammer so viel Wert legt. Ich würde den Fans klarmachen, dass wir erst einmal nicht ganz oben mitspielen, dass es aber auch einen Fan ausmacht, nicht gleich zu buhen, wenn mal nicht alles rund läuft. Ich würde mit meinen Einwechslungen das berühmte goldene Händchen beweisen. Ich würde ein Finale verlieren. Ich würde meine Mannschaft schließlich doch zu Meisterschaften führen und meine Spieler würden beim Verein bleiben, auch wenn andere Clubs mit dickeren Geldbündeln wedeln.

Und irgendwann stünden wir dann im Mittelkreis eines der größten Stadien Europas und würden diesen riesigen Pott in die Höhe stemmen. Du und ich, lieber FCB…

Add comment Mai 2, 2009

La Guerrera

Der Fußball schreibt die verrücktesten Geschichten. Ka ching! Drei Euro ins Phrasenschwein. In Wirklichkeit sind es natürlich die Spieler, Manager, Funktionäre, Journalisten, Fans und alle anderen rund um die schönste aller Sportarten, die die crazy Geschichten abliefern. Es gibt die peinlichen Promiprollfußballer wie Lothar Matthäus oder Stefan Effenberg (Sonntag, 19:05 Uhr, RTL), die heulenden Manager wie Reiner Calmund oder Rudi Assauer (übrigens beide wegen des FCB). Es gibt Fans, die ihre eigenen Spieler erschießen, weil sie sich zur falschen Zeit am falschen Ort in einen Ball werfen (wie ein ecuadorianischer Spieler bei der WM 94 in den USA, der dadurch ein Eigentor erzielte), und es gibt Spiele, die Politik sind, beispielsweise wenn Israel gegen Iran spielen soll und Nordkorea gegen Südkorea tatsächlich spielt.

Was aber Paolo Guerrero vom großen HSV gerade abzieht, ist etwas Besonderes und schlägt in seinem Heimatland Peru offenbar große Wellen. Denn indem er gegen eine berühmte peruanische Moderatorin wegen Verleumdung vor Gericht zieht, facht er eine Diskussion zur Meinungsfreiheit in Peru an. Die Geschichte ist folgende: die Moderatorin Magaly Medina hat in einer ihrer Sendungen berichtet, dass Paolo Guerrero, nicht nur Spieler beim großen HSV, sondern auch in der Nationalmannschaft Perus, vor einem Länderspiel die Nacht in einer Discothek und nicht in seinem Bett verbracht hat. Laut Guerrero eine glatte Lüge, die er mithilfe eines wasserdichten Alibis vor Gericht auch entlarven konnte. Er fand allerdings sein Image so beschädigt, dass er sich gezwungen sah, Anzeige wegen Verleumdung zu erstatten und auf ein Schmerzensgeld zu bestehen. Dummerweise funktionieren die Gerichte in Peru anders als in Deutschland, wo so eine Klage niemanden wirklich ruinieren könnte. So drohen der Moderatorin jetzt nicht nur die Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 19 000 €, sondern zudem fünf Monate Haft.

Da muss ich mich jetzt doch fragen: wusste Paolo nicht, was er mit so einer läppischen Klage anstellen kann oder findet er das tatsächlich eine gerechte Strafe für den möglichen Ausfall des ein oder anderen Werbevertrags? Ist man als HSV-Profi wirklich so bedürftig, dass man jemanden zur Wahrung seines Images in den Knast schickt? Auf der anderen Seite: darf eine Journalistin behaupten, was sie will, selbst wenn sie weiß, dass es sich um eine Lüge handelt? Und was ist eine angemessene Strafe dafür? Für Guerrero wird sich der Schaden in Grenzen halten, aber Leuten, die sich nicht zu wehren wissen, kann so eine Verleumdung die Existenz ruinieren. Gerade Medien, die sich auf wackliger Faktenlage abenteuerliche Geschichten zusammenreimen, berufen sich bei Klagen immer wieder gerne auf die Pressefreiheit beziehungsweise auf ihr Recht zur freien Meinungsäußerung. Ähnlich treiben es radikale Parteien, stehen sie nun rechts oder links.

Der Respekt vieler Medien vor den Persönlichkeitsrechten und der Privatsphäre anderer ist praktisch nicht vorhanden. Was bei vielen Prominenten noch ein Geschäft ist, von dem beide Seiten profitieren, wird spätestens bei den peinlichen Darbietungen dicklicher oder dümmlicher Jugendlicher in Castingshows zur einseitigen Ausbeutung. Auf der anderen stehen aber Journalisten, die neben Exekutive, Judikative und Legislative zur vierten Gewalt in einem demokratischen Staat gehören, und die auf die Pressefreiheit angewiesen sind. Sie dürfen darauf hoffen, nicht zensiert zu werden, wenn sie Korruption aufdecken, oder nicht in den Knast zu wandern, wenn sie den falschen Leuten auf die Füße treten. Magaly Medina kämpft nicht nur für sich, sondern auch für diese Journalisten. Auch wenn am Ende nur stehen mag … Ka ching!

2 comments Oktober 20, 2008

Der deutsche Fußball

Nationen, wie wir sie kennen und als natürlich empfinden, gibt es noch gar nicht so lange, wie man meinen könnte. Gerade Deutschland gibt es in den ungefähren heutigen Zügen erst seit 1871. Dennoch gibt es zu vielen Nationen -besonders denen des alten Europa- Symbole, die diese Nationen verkörpern oder sie charakterisieren sollen. So ist das Nationalsymbol der Engländer, der stolzen Engländer, das Meer, das sie umgibt. Das Meer ist das einzige „Terrain“, das die Engländer erobern können, ein unendlicher Raum und gleichzeitig ein unerbittlicher Gegner (zumindest zur Zeit, als diese Symbole entstanden). Doch das Meer ist auch die sicherste Grenze, die man sich wünschen kann, Angst vor Fremden muss man als Engländer folglich nicht zwingend haben, viel eher wird man sich über jeden Neuankömmling neugierig freuen.

Laut Elias Canetti ist das Nationalsymbol der Deutschen der Wald. Deutschland, das ganz im Gegensatz zu England nicht die splendid isolation genießt, sondern haufenweise Nachbarn hat, fühlt sich stets leicht vom Fremden bedroht und reagiert statt mit Neugier eher mit Ablehnung. Zuflucht vor dem ständigen Stress der Konfrontation mit dem Nicht-deutschen sucht die deutsche Seele nun Canetti zufolge im Wald. Der Wald ist beschaulich und menschenleer. Und vor allem: der Wald besitzt die vertikale Ordnung, die der Deutsche angeblich so liebt. Wie tapfere Soldaten ragen die Bäume gen Himmel, „der marschierende Wald“. Die Armee, der Wald als Tranquilizer.

Folgt man bei der Beobachtung der Armee Michel Foucault, ist sie eine Institution, die ihre Schlagkraft nicht aus der Förderung einzelner Talente bezieht, sondern aus der Schaffung einer absoluten Disziplin; jeder führt dieselbe Bewegung auf dieselbe Art und Weise aus. So entsteht ein aus einzelnen Gliedern bestehender Körper, der allein durch die Anwendung von Taktik in Bewegung gesetzt wird. Ein Rädchen greift ins andere.

Die Parallele zur deutschen Nationalmannschaft (dem Heer der Moderne) ist so erstaunlich wie offensichtlich. Während Mannschaften, die berühmt sind für ihren schönen Fußball, eher so wirken wie eine Trupe hochtalentierter Ritter, die zusammenspielen oder eben nicht, ist die deutsche Nationalmannschaft ein Heer, das nur funktioniert, wenn alle Teile mit höchster Disziplin (meinetwegen auch höckschter Dischziplin) derselben Taktik folgen. Wo andere auf den kreativen Einfall, die Genialität eines einzelnen setzen, gewinnen die Deutschen durch einstudierte Spielzüge. Bei den Spaniern kann man sagen, dass sie Europameister wegen der überragenden Fähigkeiten eines Xavi, Villa, Silva, Iniesta, Fabregas, Torres, Casillas, Ramos usw. geworden sind. Bei den Deutschen lässt sich nur schwer behaupten, dass sie bessere Fußballer als die Holländer, Italiener, Franzosen, Portugiesen, Russen, Tschechen, Türken usw. hätten und sie deswegen vor diesen allen Vizeeuropameister geworden seien. Es scheint viel mehr die vollkommene Homogenität des Mittelmaßes zu sein, die sie so erfolgreich macht. Selbst Spieler, die zur Weltklasseleistung taugen, wie Ballack oder Gomez, gliedern sich in das Heer ein und ordnen sich der Gleichmäßigkeit der Disziplin unter. So entsteht eine Armee aus 23 Spielern, in der ein Rädchen das andere ersetzen kann, aber vor allem auch eins ins andere greift. Ein Klischee wird Vizemeister. Olé olé!

(Liebe 11Freunde-Redaktion, besser als ein Fußballessay vom Ströbele is das ja wohl. Gebt mir ein Premiereabo!)

Add comment Juli 7, 2008

9 Beobachtungen zum ersten EM-Tag

1. Die werten Gastgeber in der Schweiz haben ganz klar erkannt, dass kein Mensch Eröffnungsfeiern sehen mag/ sehen kann/ zu ertragen gewillt ist/ gut findet. Deshalb wurde ein Proforma-Freiwilligen-Ballett aufgezogen, das -dem Himmel sei Dank- sein Spektakel innerhalb von etwas über zehn Minuten runternudeln konnte.

2. Das Highlight für Béla Réthy an der Eröffnungsfeier war sicherlich der Auftritt von Miss Switzerland 2007. Man konnte deutlich hören, wie er verärgert den Schaum vor seinem Mund wegwischte, als der Regisseur von ihren Brüsten auf tanzende Kinder -oder schlimmer: Sepp Blatter- schnitt.

3. Dem ZDF ist offensichtlich nicht klar, dass die meisten Menschen nur äußerst widerwillig ihre Fernsehgebühren bezahlen. Wie sonst ist es zu erklären, dass man einen Studioaufbau in den Bodensee stellt, der in seinem Größenwahn an Wetten, dass erinnert?

4. Und überhaupt das Studio: eine Tribüne für 5000 Zuschauer?! Ein riesiges, grusliges Auge im Hintergrund, das man wegen seiner Geschmacklosigkeit bei Uri Geller oder auf der Expo erwarten würde!?

5. Wenn man einen Mann weinen sehen will, muss man nur den schweizer Fußball im Beisein von Urs Meyer erwähnen.

6. Was 2006 Jan „Chubaka“ Koller war, ist bei dieser EM Alexander Frei. Schade, wenn so einer so früh wegen einer Verletzung ausscheidet. Und wegen ihm dann sein ganzes Team.

7. Béla Réthy lobte beim Spiel Schweiz-Tschechien die Integrationsarbeit der Schweizer, weil bei ihnen so viele Spieler mit Migrationshintergrund in der Mannschaft stünden. So gesehen sollte sich die schweizer Politik die Frage gefallen lassen, warum man echte Verstärkungen wie Rakitic oder Petric nicht integrieren konnte, sondern eher fußballerische Schweizer wie Yakin oder Vonlanthen.

8. Der wichtigste Spieler der Portugiesen heißt nicht Cristiano Ronaldo, sondern Deco (sprich: Dehkuh). Er ist der Michael Ballack Portugals, seine Diagonalpässe würden auch einen Stefan Effenberg oder David Beckham stolz machen.

9. Die auffällige Humorlosigkeit deutscher Sportreporter gleicht einem Trauerspiel. Technische Pannen werden hilflos hingenommen, eigene Fehler werden peinlich ergriffen hastig korrigiert oder am liebsten gleich ignoriert. Der Vorteil: laufen Formel 1 auf RTL und Fußball im ZDF gleichzeitig, sieht man sich als Zuschauer keinerlei Niveauänderung ausgesetzt und kann so vollends in die schöne Welt des Sports eintauchen.

Add comment Juni 7, 2008

Schi ahoi!

Ich möchte von einem schweren Schicksal berichten.

Es gibt einen Satz in meinem Leben, bei dem, immer wenn ich ihn sage, die Leute doof lachen, und das, obwohl der Satz vollkommen wahr, unprätentiös und ernst gemeint ist. Der Satz lautet:„Ich bin wirklich ein sehr guter Skifahrer.“

Der Skier

Es ist mir bis jetzt ein Rätsel, warum man mir diese Aussage nicht abkauft. Sehe ich nicht aus wie ein sehr guter Skifahrer? Habe ich nicht die Nase eines sehr guten Skifahrers? Spreche ich nicht wie ein sehr guter Skifahrer? Ich behaupte ja nicht, dass ich ein sehr guter Liebhaber sei, denn das wäre eine völlig immunisierte Behauptung, wer wollte das widerlegen? Dass ich ein sehr guter Skifahrer bin, kann man hingegen sehr leicht anhand weniger Parameter ermitteln: Geschwindigkeit, Technik, Stil. Ich fahre also schneller als die anderen, kontrollierter als die anderen und auch noch viel schöner als die anderen. Nicht umsonst nannte man mich in den östlichen französischen Alpen l’elegance. Wo soll man hier also Ansatzpunkte für Zweifel sehen?

All jene unter den Zweiflern, die den Mut dazu aufbringen, sollen mir ein Skiticket kaufen und das Wunder meiner Schwünge bestaunen! All die andern sollen andächtig lauschen und für immer schweigen!

6 comments September 30, 2007

Die Tour de France

Schade, schade, schade. Es hätte eine läuternde Watsche von ARD und ZDF für den deutschen Radsport sein können, wenn durch die abgebrochene Übertragung der Tour de France erhebliche Werbegeldeinbußen für Teams und Fahrer zu befürchten gewesen wären. Nun handelt es sich aber auch bei den Übertragungsrechten einer solchen Sportveranstaltung um ein knappes und begehrtes Gut, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich SAT1 relativ spontan die Rechte gesichert hat und seit heute live überträgt. Die Begründung ist simpel und geht auch mit der Meinung der internationalen Presse konform: Es ist nicht Aufgabe des Journalismus zu richten, sondern lediglich, ehrlich und objektiv zu berichten.

Tatsächlich mag es heuchlerisch wirken, wenn die öffentlich-rechtlichen Sender sich selbst zum großen Thema -und damit zum Publikumsmagneten- machen und sich zudem anmaßen, die Dopingsünder zu bekehren, zumal sie über Jahre hinweg selber Teil des Zirkus waren und alles andere als dopingkritisch berichteten. Dennoch hätte dieser Schlag meiner Meinung nach gesessen, denn es ist sicher nicht im Interesse der Fahrer, der Teams und des Systems Radsport, abseits der großen Öffentlichkeit stattzufinden. Mit dem Ausstieg von ARD und ZDF sowie dem Einstieg von SAT1 mag man einen altbewährten Partner verloren haben, aber durch die Verlagerung auf einen Privatsender könnte der Eklat letzendlich sogar zur Erfolgsstory werden. Schade, schade, schade.

Add comment Juli 19, 2007

Der große FCB

Am 30. Spieltag verlieren die Bayern also tatsächlich 0:2 gegen Stuttgart. Bitter, bitter, zumal das wohl die letzte Chance war, um doch noch einen Championsleagueplatz zu erreichen.

Der Verein Der Gegner

Aber das war wieder ein Spiel, das symptomatisch für die momentane Verfassung der Bayern ist. Man scheint im Vorstand einerseits die Leistungsfähigkeit der Mannschaft zu überschätzen, andrerseits den Wert der Lesitungsträger zu unterschätzen. Bastian Schweinsteiger war in letzter Zeit sicherlich außer Form und er ist auch nach wie vor kein Weltklassespieler, aber bei einem Kader, wie ihn die Bayern zur Zeit haben, fällt sein Ausfall extrem ins Gewicht. Im Mittelfeld bleiben dann nur noch Ottl und van Bommel, deren stärken nicht gerade im Kreativspiel liegen, und ein Christian Lell ist selbst in der Bundesliga nicht mehr als Durchschnitt.

Die Einkäufe, die Hoeneß bisher getätigt hat, versprechen eigentlich keine Besserung, viel mehr befürchte ich, dass beispielsweise Schlaudraff einer dieser hoffnungsvollen Spieler wird, die bei Bayern komplett untergehen und dann nach unten durch gereicht werden, um dann irgendwo in der zweiten Liga zu enden. Was man sich von Altintop erwartet, ist mir überhaupt nicht klar, und Sosa wird es wohl nicht viel anders ergehen als Dos Santos. Von einem guten Management könnte man erwarten, dass ihm ein Coup gelingt wie Werder Bremen mit Diego: da wechselt ein Leistungsträger (Johan Micoud) den Verein, man findet aber mehr als nur Ersatz. Hoeneß will es nicht zugeben, aber: der Ballackwechsel tut immer noch weh, auch wenn van Bommel seinen Job gut macht. Dass Sebastian Deisler seine Karriere beendet hat, ist tragisch, aber ich denke, auch er hätte die Saison der Bayern nicht retten können. Die letzten vier Spiele der Saison sollten allesamt gewonnen werden, sonst bleibt 2006/2007 wirklich nicht viel mehr als große Sprüche und schwache Spiele.

Das Stadion

1 comment April 21, 2007


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