Felix – Ich, wie es wirklich war

Helmut Krausser Poetikvorlesung II. Teil (Aufzeichnungen)

Veröffentlicht in Den Menschen wie den Leuten, Der tägliche Wahnsinn, Kultur, Literatur, Lyrik von felixander am Dezember 28, 2007

Vorher: Heute erwarte ich mir natürlich etwas mehr als eine Aufzählung von Pathosarten, zumal ich kaum geschlafen habe. Ich will große Ideen oder einen Skandal, irgendetwas, von dem man sagen kann:“…und ich war dabei!“ (In dieser verdammten U-Bahn kann man kaum besser schreiben als während einer Busfahrt.)

Währenddessen: Ein Speichellecker als Vorredner. Auweia! Grausige Anbiederei. Es muss scheiße sein, die falschen Fans zu haben.

Mit einem Bein im Grab stehen, mit dem anderen auf einer Bananenschale.

Skandal ausgeschlossen, anything goes, niemand wird sich hier je angepisst fühlen, die hinterfotzigeren Feuilletonisten waren schon beim letzten Mal da und Krausser selbst haut auch nicht so auf den Putz.
So ein Autor wird ja kaum Groupies haben, eher so übereifrige Fans, mit denen er dann nach der Veranstaltung noch essen gehen muss. Anstrengend. Es ist doch immer wieder schön, ein kleines Licht zu sein.

Danach:  Was ich hier notiert habe, behalt ich besser für mich. Nur so viel: ich schließe, dass man sogar mit Kraussers Pathostheorie erklären kann, dass eine meiner Exfreundinnen ein Arschloch ist (weil sie Melodien ablehnt usw.).

Willst du?

Veröffentlicht in Den Menschen wie den Leuten, Der tägliche Wahnsinn, Kultur, Literatur, Lyrik von felixander am September 11, 2007

Beim Essen hörte ich heute eine Frage, die ich nur mit ja, ja und nochmals ja beantworten kann. Ja, ich will! Ja, ich muss! Und wenn es das letzte ist, was ich tue! Niemand wäre besser dafür geeignet! Niemanden dürstet es mehr danach als mich! Niemand anderem würde ich es gönnen! Die Frage lautete:

Willlst du.
einmal..
Professor…
für römisches Recht…
in Russland..
werden.

Wenn es um römisches Recht geht, werde ich impulsiv. Zum Runterkommen deshalb ein Gedicht aus deutschen Landen über deutsche Lande:

Thüringen (von Rainald Grebe)

Zwischen Dänemark und Prag
liegt ein Land, das ich sehr mag.
Zwischen Belgien und Budapest liegt
Thü-hühühü-hühühü-hühühü-hühühü-
hühühü-hühühü-hühüringen.
Das Land ohne Prominente.
Na gut, Heike Drechsler, aber die könnte
auch aus Weißrussland sein.

Thüringen, Thüringen, Thüringen
ist eines von den schwierigen Bundesländern,
denn es kennt ja keiner außerhalb von
Thüringen.
Im Thüringer Wald, da essen sie noch Hunde
nach altem Rezept, zur winterkalten Stunde.
Denn der Weg zum nächsten Konsum ist
so weit
zur Winterszeit, zur Winterszeit.

P.S.: Die Typographie ist hier echt katastrophal.
P.P.S: Der Konsum ist der Supermarkt der DDR, er wird allerdings nicht mit langem /u/, sondern /Konnsumm/ ausgesprochen.