Felix – Ich, wie es wirklich war

Die Welt durchs Googleauge

Veröffentlicht in Den Menschen wie den Leuten, Der tägliche Wahnsinn, Internet, Kultur, Medien, Spocht von felixander am November 17, 2009

Letzte Woche hat sich der 32-jährige Fußballprofi Robert Enke das Leben genommen.

Das Medienecho, aber auch die Anteilnahme waren so groß, dass es wohl kaum jemanden in Deutschland gibt, der nichts davon mitbekommen hat. Doch auch außerhalb Deutschlands hat der Selbstmord des Torhüters Wellen geschlagen. Allerdings nicht überall gleichhohe. So ist es nicht verwunderlich, dass das Interesse in fußballbegeisterten Ländern mit reger Sportpresse groß war. In England, Irland, Spanien und Portugal dominiert Robert Enke die Googlesucheingaben genauso wie in Deutschland (Beispiel England). Anders in Italien: auch hier ist die Fußballbegeisterung groß, auch hier gibt es große Sportzeitungen, dennoch taucht Robert Enke nicht einmal in den Top 10 der Suchanfragen auf. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Frankreich. Die deutschsprachigen Nachbarn wiederum suchen ähnlich wie die Deutschen sehr häufig nach Robert Enke oder seiner Frau. Die östlichen wie auch die westlichen Nachbarn hingegen scheinen noch nicht einmal von den Ereignissen gehört zu haben.

Wie erklären sich nun diese Unterschiede? Zunächst zu Spanien und Portugal: Robert Enke hatte in beiden Ländern Karrierestationen, vor dem Pokalspiel von Barcelona am Dienstag gab es eine Schweigeminute. Die Anteilnahme ist also nicht sonderlich verwunderlich, man kannte und schätzte ihn. England betont zwar stets die große Konkurrenz zu Deutschland, doch zeigt die Insel offensichtlich Interesse am Geschehen auf dem Festland. Anders Frankreich, Italien, Belgien, Holland, Polen und Tschechien, wo man sich entweder extrem wenig um Fußball oder aber um Deutschland schert. Der Schweiz und Österreich zu guter Letzt bleibt wohl nichts anderes übrig als die deutschen Interessen zu teilen. Zu groß scheint hier die mediale Vorherrschaft der Deutschen. Ob es sich bei den Suchanfragen tatsächlich um Anteilnahme oder reine Neugier handelt, kann Google natürlich nicht beantworten, aber aufschlussreich ist das Stöbern in den Statistiken allemal.

Siegen – Stadt des Sodbrennens

Veröffentlicht in Den Menschen wie den Leuten, Der tägliche Wahnsinn, Fernsehen, Internet, Kultur, Medien von felixander am November 16, 2009

Ich weiß, lieber Leser, du bist klug, du bist belesen, du siehst nie fern. Und wenn du fernsiehst, dann nur ARTE. Wenn nicht ARTE, dann immerhin öffentlich-rechtlich. Und sollte dein Finger auf der Fernbedienung doch einmal einen Privatsender erwischt haben, dann nur bei diesen hochklassigen amerikanischen Serien, die ohnehin in deinem DVD-Regal stehen, damit du sie nicht in den unsäglichen deutschen Synchronversionen gucken musst. Du siehst sie also im Privatfernsehen auf Deutsch, um dich sicherheitshalber noch einmal davon zu überzeugen, dass das, was sich das Fußvolk da reinzieht, gar nicht geht. Das ist edel, doch spätestens bei der Werbung bist du raus. So kommt es, dass dir womöglich gar nicht aufgefallen ist, dass es eine neue Volkskrankheit gibt. Sie brennt, sie schmeckt gallig, sie macht unattraktiv. Doch Lösung ist nicht nur in Aussicht, sie ist sogar allgegenwärtig. Denn ein ganzes Geschwader an Pillen, Gels und Pulvern will dafür sorgen, dass wir nicht mehr leiden müssen an dieser Geißel der Menschheit, diesem Dämon im Brustkorb, diesem Roland Koch der Krankheiten: Sodbrennen.


Nicht nur der Frau mit der Axt im Kopf sollten Sie im Wartezimmer den Vortritt lassen.

Laut dubioser Statistiken, aber immerhin schwarz auf weiß, kennen 40% der Deutschen die Beschwerden von Sodbrennen aus eigener Erfahrung, 20% leiden genau in diesem Augenblick, da Menschen Sex haben, Gedichte geschrieben und Blumenwiesen durchschritten werden, unter Sodbrennen. Sie werfen sich zu Boden vor Schmerzen, krümmen sich, grünliche Flüssigkeit rinnt ihnen aus dem maladen Schlund. Kurzum: sie verlieren nicht nur ihre kindliche Unbedarftheit, ihren Drive, ihre Aura, nein, sie verlieren ihre Würde. Was wäre nun die Pharmaindustrie für ein herzloses Wesen, würde sie sich der geschundenen Kreaturen nicht annehmen? Du ahnst es, göttliche Gestalt eines Lesers, sie wäre nicht sie selbst! Und so kommt es, dass sie uns nicht irgendein Allerweltspülverchen vor die Füße wirft und uns mit Risiken und Nebenwirkungen behelligt. Stattdessen entwickelt sie ungefähr zwölf hochwirksame Mittel und lässt uns an deren Segen teilhaben. Für den smarten Vielflieger gibt es Omeloxan, für den blauen Typen von den X-Men Buscogast, für das Kind im Manne Gaviscon (Feuerwehr!) und für alle, die sich davon nicht angesprochen fühlen noch Pantozol, Riopan, Maaloxan… Wer eher auf Oldschoolprodukte schwört, wird sich Bullrichsalz einverleiben. Wie gesagt, für jeden ist etwas dabei. Erstaunlich aber, dass in anderen Ländern eher Frauen von Sodbrennen betroffen sind (Buscogast England, Pantozol Holland). Liegt das am Namen? Heartburn hat schließlich doch eine romantischere Note als das hölzern-saure Sodbrennen. Sollte es nun auch in dir gären, weißt du, dass da kein Inkubus auf deiner Brust sitzt, sondern dass du an einer Krankheit leidest, die leicht durch nicht-verschreibungspflichtige teure Medikamente geheilt werden kann.

Was das ganze nun mit Siegen zu tun hat? Nun, glaubt man den Googletrends, ist Sodbrennen eine Frage der Herkunft und Siegen ein echter Brennpunkt. Gesegnet ist wie so häufig der Bayer im Allgemeinen und der Münchner im Speziellen: in den Sodbrenntopten findet man München, fast wie den gesamten Süden, nicht.

Ooooohhhhh

Veröffentlicht in Den Menschen wie den Leuten, Der tägliche Wahnsinn, Internet, Kultur, Medien von felixander am Januar 11, 2008

 Wonach im Netz nach Neuigkeiten über Britney Spears Geisteszustand und Sex derzeit am meisten gesucht wird, sind Bilder von Knut oder noch besser: Bilder vom neuen Knut a.k.a. Knut II. a.k.a. Flocke. Bilder wie dieses hier:

Der neue Knut, Knut II., die Flocke

Ooooooooooooooooooooohhhh!

Frohe Weihnachten

Veröffentlicht in Das Blog an sich, Den Menschen wie den Leuten, Der tägliche Wahnsinn, Internet, Kultur von felixander am Dezember 21, 2007

An dieser Stelle nicht viele Worte.

Die Karte

Die etwas andere Fortsetzung

Veröffentlicht in Den Menschen wie den Leuten, Internet, Kultur von felixander am Dezember 15, 2007

Vielleicht noch ein paar Gedanken hierzu. Eigentlich kann man ja die Phrase vom etwas anderen nur dann anwenden, wenn es schon so eine Art Prototyp gibt, von dem man sich abheben kann. Beim etwas anderen Dark Radio oder der etwas anderen Yorkiseite habe ich keine Ahnung, was der Prototyp hierzu sein soll, was natürlich daran liegen kann, dass ich mich mit der Internetpräsenz von Yorkshireterriern noch nicht allzu sehr auseinandergesetzt habe. Dark Radio wiederum klingt einfach zu doof, um wahr zu sein. Aber wie sieht es hiermit aus:

Der Ole

Der etwas andere Wowi.

Prototyp wäre in diesem Fall Klaus Wowereit, allerdings nicht als PDS-Koalitionär, sondern als DER schwule Bürgermeister einer Millionenstadt schlechthin. Ole von Beust wäre nun in dem Sinne etwas anders, dass er seine Etwasandersartigkeit etwas weniger zur Schau stellt und zum Thema macht als sein Berliner Kollege. Natürlich könnte Wowi genauso der etwas andere Ole von Beust sein oder die beiden zusammen wären die etwas anderen Bürgermeister. Es ist so schwierig. Und wie sieht es hiermit aus:

Der Verein

Das etwas andere St. Pauli.

Zugegeben, der FCB ist erfolgreicher oder generell reicher als der FC St. Pauli, und sympathisch wird man auch eher im braunen Piratendress beäugt, aber man hat es als Fan beider Mannschaften nicht immer einfach. Wir sind häufig unverstanden und werden als Fußballintellektulle bzw. -Bonzen gesehen, aber auch wir wollen eigentlich nur schönen Fußball und Franck Ribéry sehen. Na gut, hier wird’s schon wieder holprig. Wirklich sicher bin ich mir nur bei einer Sache:

Der Fausto

Der etwas andere Knut.

Leroy räumt auf

Veröffentlicht in Den Menschen wie den Leuten, Der tägliche Wahnsinn, Fernsehen, Film, Internet, Kultur von felixander am September 24, 2007

Also, wer mal einen großartigen, witzigen und klugen Kurzfilm sehen will, der gehe bitte hierhin oder lade ihn sich hier runter.

Der Leroy

In „Leroy räumt auf“ geht es um Rassismus, Nationalismus, das Dasein als Klischee/Minderheit/Unterdrückter und ganz generell um das überkorrekte Deutschland. Was der Film hier besonders gut schafft, ist eine witzige Aufarbeitung eines äußerst ernsten Themas, ohne dabei allzu pietätlos zu werden, was ihm zurecht den ersten Preis beim Time to live Filmfestival und die Umsetzung ins Kinoformat (ab 27.09. zu sehen) eingebracht hat.

Die Lösung des Skinheadproblems, die der Film vorschlägt, ist so einfach wie genial: der totale Ausverkauf einer Subkultur durch vollkommene Kommerzialisierung. Was bei Punk, RAF oder Hippietum funktioniert hat, soll auch den Glatzenschlägern den Garaus machen. Ob’s funktioniert…wer weiß, ein Kurzfilm heißt nicht umsonst Kurzfilm.

Interessant ist aus gegebenem Anlass aber nicht nur der Blick auf die Nazis, sondern auch auf die Subkultur, denn angeblich ist der islamistische Terrorist (zumindest der mit westlichen Wurzeln) der neue Punk. Mit nichts könne man deutsche Eltern mehr ärgern als  mit der Konversion zum Islam und auch der härteste Heavy-Metal sei Kinderkram im Vergleich zur Karriere eines Gotteskriegers. Das Selbstmordattentat also als Rebellion gegen die Eltern? Und die Djihad-Boygroup womöglich als Retter der Welt? Leroy, räum auf!

Fleischeslust

Veröffentlicht in Den Menschen wie den Leuten, Der tägliche Wahnsinn, Internet, Kultur von felixander am September 18, 2007

Gestern las ich in der Zeitung, dass der Kannibale von Rothenburg alles andere als glücklich über seine sagenwirmal „Tat“ ist.

Auf den ersten Blick hatten sich da zwei Menschen gefunden, die wie für einander geschaffen schienen: der eine wollte essen, der andere gegessen werden. Doch der Teufel steckt wie immer im Detail. Denn während der Gegessene nichts weiter als ein Hardcoremasochist war, der unter möglichst großen Schmerzen sein Glied los werden wollte, ist es des anderen höchstes der Gefühle, sich den Menschen, den er liebt, vollkommen einzuverleiben.

Wir sehen also zwei Haken: einer musste am Ziel seiner Träume, der Entgliederung, sterben, der andere aß einen Menschen, den er womöglich doch nicht einmal wirklich liebte und das auch noch mit dem fahlen Beigeschmack, ihm großes Leid angetan zu haben. Ihr seht, liebe Kinder, das mit den Gefühlen ist so eine Sache…

…und LIFE’S A BITCH!

Oh Benny!

Veröffentlicht in Den Menschen wie den Leuten, Der tägliche Wahnsinn, Fernsehen, Internet, Kultur, Literatur von felixander am September 16, 2007

Benjamin von Stuckrad-Barre hat eine erstaunliche Karriere hinter sich für jemanden, der mittelmäßig über das Dasein als mittelmäßiger Verfasser mittelmäßiger Texte schreibt. In den 90ern, als Oasis noch wild und cool und in waren, da galt auch der Benny, selbst großer Oasisfan, als wild und cool und in. Und es hatte auch tatsächlich seinen Reiz, diese Geschichten über prätentiöse Medienmenschen und Drogen zu hören, man nannte das damals Pop. Aber mit der Zeit wurden Bennys Bücher unmotivierter, langweiliger, inhaltsloser, am Ende begnügte er sich damit, Internetrecherchern zu veröffentlichen, im Moment tourt er mit einem Best-of durchs Land, Bennys Greatest Hits. Ärgerlich, wenn man wie im Fall des Internetrecherchenbuchs Was wir wissenauch angesichts der Gastleser einen witzigen Abend erwartet, dann aber wirklich nur vorgelesen wird, was der Autor bei Google eingab und was Google antwortete. So wurschtelt sich der Barre von Gage zu Gage und manchmal kommt sogar etwas witziges dabei heraus. Für den Spitzensender 3sat erkundete er einmal die Schweiz, da war seine Arschlochigkeit/verbrüdernde Unverschämtheit durchaus nett anzusehen und davon hätte man sich fast mehr gewünscht. Jetzt aber ist irgendwas ganz schief gegangen: der sich ewig in den Vordergrund drängende Stuckrad-Barre hat eine Cameorolle ergattert. Allerdings nicht im Tatort, wie man das von einem Popintellektuellen erwarten würde, nein, er spielt einen Rosenverkäufer in den letzten Sekunden des Horst-Schlämmer-/Hape-Kerkeling-Videos „Gisela“. Dass Hape Kerkeling so einen Mist raushaut, ist schlimm genug (am besten ist noch der hysterische Backgroundfalsettchor), aber Benny…mei…Benny…

Der Benny

Naja: IT’S NOT OVER NOT OVER YEAH!

Auweia!

Veröffentlicht in Der tägliche Wahnsinn, Intelligent Design, Internet, Kultur von felixander am September 11, 2007

Es gibt erwachsene Menschen, die zum Einschlafen die Abenteuer der ??? oder von Hui Buh hören, doch es geht absurder. Plüschtiere mit Riesenpenissen gehören definitv in die Kategorie „Dinge, die die Welt nicht braucht“. Deshalb sollte man für 12$ zuschlagen, bevor es jemand merkt. Kaufanreiz könnten auch die Namen der Viehcher sein: Bendover Rover, Quickie der Rammler, Dinga Ling Ling der Panda, Teddy Bare der Bär…

Bilder erspar ich uns an dieser Stelle.

Bling

Veröffentlicht in Der tägliche Wahnsinn, Intelligent Design, Internet, Kultur von felixander am September 10, 2007

Du züchtest Kampfhunde? Du fährst ein großes schwarzes Auto aus Deutschland? Du hast dich anschießen lassen, um Streetcredibility zu sammeln? Was haben 50-Cent und Nelly, was du nicht hast? Richtig: Goldzähne! Um in dieser Hinsicht sein Outfit zu perfektionieren, muss man nicht mehr zum illegalen Ex-Sowjet-Zahnarzt, es gibt ja Mr Bling. Ab 9,oo$ gibt’s das Starter Kit, mit dem man seine Zahnabdrücke machen kann, um einen custommade Grill zu bekommen. Pimp your Zähne!

Die Zähne