Was ich immer schon einmal machen wollte (3): eine Mulattin heiraten
Ich würde gerne eine Mulattin heiraten, weil Mulattinnen häufig sehr hübsch sind. Das mag ein Klischee sein, aber es ist ein ebenso angenehmes Klischee wie das, dass alle Schwedinnen heiß sind. Solange man es nicht in Zweifel zieht oder man auf irgendeine Weise mit der grausamen Realität konfrontiert wird, lebt man mit solchen Klischees ziemlich gut. Leider ist es aber so, dass man Mulatte nicht mehr sagen darf. Dem Begriff haftet eine rassistische Konnotation an, deshalb sollte er –gerade im Angesicht unserer Vergangenheit- vermieden werden. Ein Mulatte ist ein Mensch, dessen einer Elternteil schwarz ist, der andere weiß. Ich wäre mit dieser Bezeichnung aber vorsichtig, denn ich bin mir nicht sicher, ob man Menschen, die eine dunkle Hautfarbe haben, als schwarz bezeichnen darf. Menschen mit heller Hautfarbe darf man aber meines Wissens nach als Weiße bezeichnen, so wie man zu blonden Menschen auch Blondine sagen darf (Bei Rothaarigen sollte man dasselbe vielleicht nicht tun, auch sie sind empfindlich, was Diskriminierung anhand gewisser Körpermerkmale angeht). Das mag daran liegen, dass Weiße als solche nie rassistisch verfolgt wurden. Sie wurden weiter unterschieden, beispielsweise in Arier, Juden, Zigeuner usw. Auch das vielleicht schon eine Art von Rassismus, dass man die eine Hautfarbe nur als diffuse Masse wahrnimmt, die andere aber bis ins kleinste zergliedert. Vielleicht auch einfach nur dem Unterscheidungswahn sämtlicher Nazis geschuldet.

„Rüschtüsch, mein Vater is schwarz, meine Mutter weiß.“
Wie der Begriff Nigger in den USA, wird angeblich auch Mulatte als Selbstbezeichnung der entsprechenden Gruppe verwendet. Das kann man doof finden und ist wohl auch doof, da man hier versucht, sich über ein negatives Außenbild selbst zu definieren. Ein Mulatte ist ein Mischling. Aber ist diese Bezeichnung nicht weniger schwierig. Vor die jeweilige Nationalität einfach ein „Afro“ zu setzten, um zu sagen, dass man eine dunklere Haut hat als der Durchschnitt, ist auch schwierig, wenn man mit Afrika so viel am Hut hat, wie ich mit den Wikingern. Ich werde also keine Mulattin heiraten. Auch keinen Mischling und keine Afrowasauchimmer. Vielleicht einfach eine, die weniger Sonnencreme braucht als ich?
Was ich immer schon einmal machen wollte (2): Lachsconfit
Die Erfahrung zeigt, dass die Frau von heute im Gegensatz zur Frau von gestern nicht mehr so gerne und gut kocht. Statt Rinderrouladen wird Salat mit Zeug hergestellt und gegessen, egal ob das einen männlichen Mittzwanziger satt und froh macht oder nicht. Deshalb ist Mann von heute, sofern er nicht mehr bei Mama wohnt, gezwungen, sich selbst an den Herd zu stellen und Fleischgerichte zu zaubern. Wie so häufig hat die Emanzipation auch beim Kochen nicht dazu geführt, dass sich beide Geschlechter einer Sache gleichgut widmen, sondern dass der eine seine Domäne aufgibt und der andere sie mehr oder weniger erfolgreich ausfüllt. So kommt es, dass eine ganze Generation junger Männer im Verhältnis zu ihren Altersgenossinnen erstaunlich gut kocht.

Wow, selbst geputzt!
Und diese Generation ist über Spiegelei und Spaghetti hinausgewachsen. Sie will Herausforderungen! Sie will beeindrucken! Sie will Meisterschaft! Jakobsmuscheln, Koberind, Wachteln! Spargel, Trüffel, Topinambur! Ingwer, Koriander, Kerbelwurzel!
Ich persönlich bin in diesem Zusammenhang auf ein Gericht gestoßen, das zunächst leicht pervers anmutet. Und damit ist tatsächlich nicht perverslecker gemeint, sondern pervers im Sinne von Sprechkäsefetisch. Denn wie es sich für ein Confit gehört wird hier Fleisch oder Fisch in sehr viel Öl gegart, was ursprünglich dazu diente, beispielsweise Gänsefleisch haltbar zu machen. Das Rezept ist eigentlich ganz einfach: man salze ein schönes Stück Lachs leicht ein, heize 2 Liter Olivenöl in einer feuerfesten Form im Ofen auf 40°C und lasse den Lachs darin 50 Minuten gar ziehen. Der Clou daran soll sein, dass der Lachs, der sonst gerne trocken wird, dies eben nicht tut und lachsiger schmeckt denn je. Im Gegensatz zum Frittieren ist das Öl allerdings vergleichsweise kalt, weshalb man sich kaum vorstellen kann, dass sich der Fisch nicht mit Öl vollsaugt und man praktisch auf einem Stück Olivenöl kaut, wenn man sich überwunden hat, den Mund zu öffnen.

Klingt nicht nur nicht so lecker, sieht auch nicht so lecker aus: Lachsconfit.
Zeugen berichten, dass der Fisch in der Tat überhaupt nicht nach Fett schmecke und sie selten besseren Lachs gegessen hätten. Nichtsdestotrotz habe ich es bis jetzt nicht gewagt, ein Stück Lachs (Sushiqualität) in Literweise (schönem) Olivenöl zu versenken. Der Kocholymp blieb mir damit bisher verschlossen. Solltest du mehr Eier haben, melde dich!
Was ich immer schon einmal machen wollte (1): Bayerntrainer sein
Fußball ist die schönste aller Sportarten. Man rennt, man kämpft, man schießt Tore. Die etwas besseren machen zwischendrin auch ab und zu einen Trick, die etwas schlechteren ein grobes Foul oder dumme Fehler; aber im Grunde reichen doch die ersten drei genannten Tätigkeiten, um Fußball zu spielen. Dass daraus ein riesiges Medienereignis, ein Kulturspektakel, der größte Sport überhaupt entstehen kann, ist wohl schwer nachzuvollziehen. Aber wer das schon nicht versteht, wird beim Gedanken an Paris Hilton wohl vollkommen den Verstand verlieren. Es ist, wie es ist, und der größte Verein der Welt oder immerhin Europas oder immerhin Deutschlands ist der große FC Bayern München. 21 Mal (bald 22) Deutscher Meister, 14 Mal DFB-Pokalsieger, 6 Mal Ligapokalsieger und auch international ab und zu ganz gut dabei (Champions League-Sieger 1974, 1975, 1976, 2001; UEFA-Pokalsieger 1996; Weltpokalsieger 1976, 2001).

Grobes Foul oder dummer Fehler? Manchmal schwer zu unterscheiden.
Um es als Spieler bis in diese Mannschaft zu schaffen, würde es für mich noch nicht einmal reichen, wenn alle auf Lell-Niveau spielten. Zumal der Zug nicht nur was das Talent angeht abgefahren ist, sondern auch was das Alter angeht. Mein Weg ist also der eines José Mourinho: vom talentfreien Spieler zum erfolgreichen Trainer. Jürgen Klinsmann (vom talentreichen Spieler zum erfolgsfreien Trainer), wurde soeben beim FC Bayern entlassen, Jupp Heynckes (geschätzte 125 Jahre) wurde als Interimstrainer engagiert. Es würde mich nicht wundern, wenn Uli Hoeneß auf der Suche nach einem Nachfolger auf mich aufmerksam werden würde. Ich bin charismatisch, ich kann schreien und ich kann nicht nur ein Spiel lesen, sondern auch den Spielbericht. Ich würde eine Mannschaft aufbauen, die mit einem epochemachenden 4-3-3 (adieu Raute, adieu Doppelsechs) Europas Elite schwindelig spielt und die Bundesliga im Vorbeigehen dominiert. Es gäbe keine Ottls oder Lells mehr, keine Rowdies wie van Bommel oder Stackser wie Luca Toni. Nur noch technisch versierte, junge Talente, die das Gesicht des Clubs über Jahre prägen und an die Epoche Mitte der 70er erinnern.
Aber nein, an der Säbener Straße werden weiterhin engstirnig kleine Brötchen gebacken. Statt ein bis zwei Jahre auf einen Titel zu verzichten, um dann erst recht und mit größerer Vehemenz zuzuschlagen, fährt man das Sicherheitsprogramm und wundert sich, warum man nicht mehr zur Crème in Europa gehört. Lieber FCB, wenn du mich nett bitten würdest, nähme ich die langwierige Trainerausbildung auf mich. Ich würde mich hocharbeiten, vom Jugendtrainer zu den Amateuren bis zu den Lehrgängen, auf die Matthias Sammer so viel Wert legt. Ich würde den Fans klarmachen, dass wir erst einmal nicht ganz oben mitspielen, dass es aber auch einen Fan ausmacht, nicht gleich zu buhen, wenn mal nicht alles rund läuft. Ich würde mit meinen Einwechslungen das berühmte goldene Händchen beweisen. Ich würde ein Finale verlieren. Ich würde meine Mannschaft schließlich doch zu Meisterschaften führen und meine Spieler würden beim Verein bleiben, auch wenn andere Clubs mit dickeren Geldbündeln wedeln.
Und irgendwann stünden wir dann im Mittelkreis eines der größten Stadien Europas und würden diesen riesigen Pott in die Höhe stemmen. Du und ich, lieber FCB…

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