Archive for Juni 2008

11 Beobachtungen zum Spiel Rumänien gegen Frankreich

1. Rumänien ist eine junge Republik, entsprechend inbrünstig wird die Hymne gesungen. Besonders hervor tut sich dabei Cristian Chivu, der die Hymne schmettert, als hätte er denselben Alkoholpegel wie der Fanblock.

2. Tom Bartels hält Thuram (Frankreich) und Mutu (Rumänien) für Teamkollegen bei Juventus Turin. Seit dem Zwangsabstieg von Turin vor zwei Jahren spielt Mutu für Florenz. Dürfen ARD-Reporter nur ARD kucken?

3. Domenech – der Intellektuelle unter den Trainern. Gibt es sonst noch einen mit so einer Denkerbrille? Mit diesen knochigen Wangen? Der Literatenwuschelfrisur? Den traurigen Augen? Der Zwergenstatur? Gibt es noch einen Franzosen? Er sieht aus wie jemand, der im Schulsport immer als Letzter in die Mannschaft gewählt wurde.

4. Flanken aus dem Halbfeld, das Markenzeichen und eine der Stärken von Willy Sagnol, sollen das Manko und die Schwäche von Willy Sagnol sein. Was bleibt dem Melancholiker auf der rechten Außenbahn da noch?

5. Nach 23 Minuten wird zum ersten Mal Mehmet Scholl erwähnt. Mir wird klar: ich habe die Vorstellung des neuen Traumpaars Beckmann-Scholl verpasst. Ein Ereignis, von dem in vielen Jahren mit den Worten:„Ich weiß noch genau, wo ich war, als Mehmet Scholl und Reinhold Beckmann zum ersten Mal…“, die Rede sein wird.

6. Halbzeit: Die Beckmann-Scholl-Zwillinge im schwarzen Aufreißerhemd. Man kann sie kaum unterscheiden. Die beiden wirken mindestens so müde, wie sie es dem Spiel attestieren.

7. Tom Bartels kommentiert wie jemand, der alles Bemerkenswerte im Fußball schon gesehen hat und deshalb nur die bedeutungslosen Dinge erwähnt. Niculae und Niculae sind NICHT miteinander verwandt.“ Dann steht einer Eheschließung wohl nichts im Weg.

8. Die Penetranz, mit der Adrian Mutu zum Weltklassespieler geredet wird, erinnert an Pepe das Stinktier von Warner Bros., der bei keiner Frau landen kann.

9. Mindestens so sehr wie die Rumänen sehne ich einen George Hagi herbei, der angekotzt kuckt und den Ball einfach endlich ins Tor drischt. Auf Seiten der Franzosen wäre das nicht der Langweiler Zidane, sondern das wahre Genie Cantona.

10. 0:0 Endstand. Tröstet euch, liebe Franzosen, ein Unentschieden gegen den künftigen Europameister. Tröstet euch, liebe Rumänen, die Franzosen waren echt auch mal ganz gut.

11. Mehmet Scholl – das Österreich der Kommentatoren. Sein Glück: das gesamte Feld besteht aus lauter Österreichen.

1 comment Juni 9, 2008

9 Beobachtungen zum ersten EM-Tag

1. Die werten Gastgeber in der Schweiz haben ganz klar erkannt, dass kein Mensch Eröffnungsfeiern sehen mag/ sehen kann/ zu ertragen gewillt ist/ gut findet. Deshalb wurde ein Proforma-Freiwilligen-Ballett aufgezogen, das -dem Himmel sei Dank- sein Spektakel innerhalb von etwas über zehn Minuten runternudeln konnte.

2. Das Highlight für Béla Réthy an der Eröffnungsfeier war sicherlich der Auftritt von Miss Switzerland 2007. Man konnte deutlich hören, wie er verärgert den Schaum vor seinem Mund wegwischte, als der Regisseur von ihren Brüsten auf tanzende Kinder -oder schlimmer: Sepp Blatter- schnitt.

3. Dem ZDF ist offensichtlich nicht klar, dass die meisten Menschen nur äußerst widerwillig ihre Fernsehgebühren bezahlen. Wie sonst ist es zu erklären, dass man einen Studioaufbau in den Bodensee stellt, der in seinem Größenwahn an Wetten, dass erinnert?

4. Und überhaupt das Studio: eine Tribüne für 5000 Zuschauer?! Ein riesiges, grusliges Auge im Hintergrund, das man wegen seiner Geschmacklosigkeit bei Uri Geller oder auf der Expo erwarten würde!?

5. Wenn man einen Mann weinen sehen will, muss man nur den schweizer Fußball im Beisein von Urs Meyer erwähnen.

6. Was 2006 Jan „Chubaka“ Koller war, ist bei dieser EM Alexander Frei. Schade, wenn so einer so früh wegen einer Verletzung ausscheidet. Und wegen ihm dann sein ganzes Team.

7. Béla Réthy lobte beim Spiel Schweiz-Tschechien die Integrationsarbeit der Schweizer, weil bei ihnen so viele Spieler mit Migrationshintergrund in der Mannschaft stünden. So gesehen sollte sich die schweizer Politik die Frage gefallen lassen, warum man echte Verstärkungen wie Rakitic oder Petric nicht integrieren konnte, sondern eher fußballerische Schweizer wie Yakin oder Vonlanthen.

8. Der wichtigste Spieler der Portugiesen heißt nicht Cristiano Ronaldo, sondern Deco (sprich: Dehkuh). Er ist der Michael Ballack Portugals, seine Diagonalpässe würden auch einen Stefan Effenberg oder David Beckham stolz machen.

9. Die auffällige Humorlosigkeit deutscher Sportreporter gleicht einem Trauerspiel. Technische Pannen werden hilflos hingenommen, eigene Fehler werden peinlich ergriffen hastig korrigiert oder am liebsten gleich ignoriert. Der Vorteil: laufen Formel 1 auf RTL und Fußball im ZDF gleichzeitig, sieht man sich als Zuschauer keinerlei Niveauänderung ausgesetzt und kann so vollends in die schöne Welt des Sports eintauchen.

Add comment Juni 7, 2008


Blogroll

Blogship

friendly fire

Archive

Blog Stats

Kategorien