Die Arbeit der Nacht

Mai 14, 2008

Ich mag eigentlich nichts schlechtes über Thomas Glavinic sagen, aber von „Die Arbeit der Nacht“ hatte ich mir mehr erwartet. Sicherlich ist die Geschichte nett angelegt und auch nicht schlecht erzählt, aber mir fehlt da die Pointe oder der Clou oder halt etwas, auf das die ganze Sache hinausläuft. Schließlich fängt er ja so groß an!

Die Arbeit der Nacht

Jonas, der Held der Geschichte, wacht in seiner Wiener Wohnung auf und stellt mit wenig Entsetzen fest, dass sowohl Radio, als auch Fernseher als auch Telephon, nicht mehr das tun, was sie sollten. Das liegt allerdings an keiner technischen Störung, sondern schlicht und einfach daran, dass Jonas der einzige Menschen auf Erden ist. Keine Eltern mehr, keine Kollegen, keinen Bäcker und am schlimmsten: keine Marie.

So strampelt sich Jonas durch die leere Stadt, beschäftigt sich mit sinnlosen Umzügen und filmt sich selbst dem Ende entgegen. Mysteriös wird es nur, als Jonas entedeckt, dass er vom Schläfer, seinem eigenen schlafenden Ich, Nacht für Nacht vorgeführt wird. Aber auch das bleibt ein Erzählstrang, der ins Nichts führt.

Entweder habe ich „Die Arbeit der Nacht“ nicht verstanden oder es handelt sich dabei tatsächlich nur um eine Liebeserklärung in menschenleerer Umgebung.  Lieber Thomas, aus sowas macht man doch normalerweise mindestens etwas Existenzphilosophisches! So hat die Geschichte etwas von dem sehr schlechten Film „Deep Impact“ mit Elija Wood: die Welt geht unter, aber am Ende wird geheiratet und alles ist gut.

Entry Filed under: Film, Kultur, Literatur, Medien. .

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