Archive for März 2008

Das Büro

Ich arbeite jetzt schon seit einem Monat im Büro. Darsteller* des täglichen Schauspiels sind:

Felixander, der Prakitkant: Der Praktikant kocht keinen Kaffee und hütet nicht die Kinder des Chefs. Stattdessen treibt er sich den ganzen Tag im Internet herum, checkt alle zwei Minuten sein Emailpostfach und trinkt ständig Espresso.

Adam, der englische Praktikant: Der englische Praktikant kocht keinen Kaffee und hütet nicht die Kindes des Chefs. Stattdessen treibt er sich den ganzen Tag im Internet herum, checkt alle zwei Minuten sein Emailpostfach und trinkt ständig Espresso. Desweiteren philosophiert er mit dem Prakitkanten über Fußball, Alkohol und Frauen.

Klara, die Streberin: Die Streberin ist sowas wie die rechte Hand der Chefin, nur strenger. Dabei strahlt sie die Strenge eher dadurch aus, dass sie pingeliger und schwätziger ist als alle anderen, denn durch böse Blicke und Maßregelungen. Fühlt man allerdings ihren Blick im Rücken, füllt sich der Bauch automatisch mit schlechtem Gewissen. Leider ist sie trotz 1,80m Körpergröße nicht groß genug, um all ihr Gewicht geschickt zu verteilen.

Julia, die rechte Hand der rechten Hand: Die rechte Hand der rechten Hand ist die einzige Praktikantin, die tatsächlich blöde Praktikantenjobs wie lochen oder Akten sortieren machen muss. Sie verfügt über ähnliche Schwätzeranlagen wie die Streberin und liebt Amerikas Mittleren Westen für seine Wertschätzung des Jogginganzugs („Da musst du nicht was superkörperbetontes Anziehen, um in denSupermakt zu gehen, da reicht ein weites T-Shirt…“). Wenn sie sich bückt, rutschen Dinge aus der Hose, die schon bei tollen Frauen nicht sexy sind.

Kathrin, der Spongebob-Fan: Kathrin ist festangestellt und Mitte 30. Sie hat einen Hund statt eines Mannes, was daran liegen mag, dass sie Spongebob und ähnliche Comicfiguren vergöttert. Sie ist die einzige, die wirklich mit der Streberin lachen kann. Aber über Humor lässt sich nicht streiten. Wie viele andere Frauen hasst sie bestimmte andere Frauen, äußerst das aber nicht mit Hassbekundungen, sondern echauffiert sich über lächerliche Unzulänglichkeiten.

Liz, die englische Chefin: Liz ist in nahezu allen Ländern, die sich zum Commonwealth zählen, aufgewachsen und kann Shakespeare auswendig. Sie kennt alle Menschen und deren Bekannte (also wirklich die GANZE Welt), kommt dafür aber manchmal durcheinander, wer was macht. Wichtig: ein freundliches „Wie weit bist du eigentlich?“ bedeutet so viel wie „Das hätte schon gestern auf meinem Schreibtisch liegen sollen!“.

Cindy, die Konfuse: Cindy kommt ursprünglich aus Florida, sie hat bis heute den Schock, dass es Länder gibt, in denen es regnet (und auch noch eines, in dem sie lebt), nicht überwunden und bewegt sich deshalb im Spannungsfeld zwischen Fahrigkeit und Depression. Amerikaner werden neuerdings aber auch von allen Seiten schickaniert.

Hilde, der alte Hase: Hilde hat schon alles gesehen, ihr kann man nix vormachen. Allseits beliebt ist sie für ihre Ausraster, wenn WORD nicht das tut, was ein dummer, dummer Mensch erwarten würde: funktionieren. Menschen wie Hilde gibt es in fast jedem Unternehmen, sie sind häufig bekannt als „die gute Seele“, obwohl sie manchmal zum Zynismus neigen.

to be continued…

* Namen von der Redaktion geändert.

2 comments März 16, 2008


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