Zimmer frei!
Der schönste Satz beim WG-Casting an mich:
„Ich dachte, ich war auf alles vorbereitet, aber mit dir konnte man nicht rechnen.“
Wie-Wie-Wiederholung
Die Wiederholung gehört zur Musik wie das Atmen zum Leben. Sie macht Rhythmus, sie macht Refrain, sie macht Zugänglichkeit. Komisch wird es für mich, wenn die Wiederholung zu einer Art schöpferischem Prinzip wird, besonders, was das Texten angeht. Wenn ich Musik mache und auf eine Spielweise stoße, die ich schon mal verwendet habe, entsteht in mir eine Abwehrhaltung und ich suche nach etwas neuem. Dabei könnte genau diese Art Wiederholung auch zu einer Art Handschrift werden und für Homogenität im Werk sorgen.
Es gibt da einige Beispiele, bei denen man sich fragen kann, ob hier jemand einfach einfallslos bzw. auf ein bestimmtes Thema fixiert war, oder ob man absichtlich einen roten Faden in Form einer Textzeile weben will.
Coldplay hatten bisher auf jedem Album ein paar Lieblingswörter/-bilder oder auf dem letzen sogar einen Lieblingssatz. Auf Parachutes befand sich der arme Chris Martin noch ständig gefangen und von der Außenwelt abgeschnitten in Spiderwebs oder Bubbles. Und selbst der scheinbar rettende Fallschirm, der Parachute, wirkt in diesem Zusammenhang wie ein Mischwesen aus Spinnwebe und Blase. Auf A rush of blood to the head dann waren es die Clocks, die hier und da tickten, stets etwas verhießen oder ein Ende andeuteten. X&Y hält schließlich den Lösungssatz für alle Probleme parat und das gleich in drei Songs: and if you never try you never know. So betrachtet könnte man bei Parachutes noch von einem Kriselnden-Ich-Album sprechen, bei A rush of blood to the head von einem Es-wird-Wir-Album und bei X&Y schließlich von einem Es-wird-Du-Album. Chris Martin wird sozusagen vom Anrufer zum Domian.
Noch offensichtlicher ist die Vorliebe für ein bestimmtes Wort bei den momentanen Radiolieblingen von Snow Patrol (Übrigens eine relativ hässliche Band. Iren halt…). Wie heißt das Album? Open your eyes. Wie hieß die zweite Hitsingle? Shut your eyes. Wie heißt die Nachfolgesingle? Open your eyes. Augen auf, Augen zu, Augen auf, Augen zu. Die geschlossenen Augen…tja, eine Art Vertrauensbeweis. Und die geöffneten? Intimität, Blick in die Seele? Es geht wie so oft im Pop um Love und You, da kommt das Augending doch eigentlich ganz zwangsläufig.
Ein wenig spezieller, aber nicht weniger beharrlich wiederholen sich die Red Hot Chili Peppers. Für sie ist der Nabel der Welt die City of Angels (Under the bridge), weshalb sie der Californication frönen und dem Dany California huldigen.
Wer noch mehr solcher Motive kennt, darf sich ein Eis kaufen oder sie hier mit mir teilen.
It’s a hell of a hell!
Die ersten drei Tage des neuen Semesters sind geschafft, das Wetter ist schön. Der Campus läuft über von jungen, schönen Menschen. Das wird nicht von Dauer sein. Denn es wird Regen fallen im tristen Monat November, der Unialltag wird beginnen und die jungen, schönen Menschen werden verschwunden sein. Dann prägen wieder kalkfarbene, anämische Philosophiestudenten und schnöselige Möchtegernjuristinnen das Gesicht der Uni.
Wo kommt ihr her, junge, schöne Menschen? Wo geht ihr hin, junge, schöne Menschen? Folgt ihr der Sonne und den Vögeln in den Süden? Merkt ihr schon in der ersten Woche, dass man nicht studieren muss, um reicher Sohn zu sein? Werdet ihr Mitte Oktober von eurer Agentur angerufen und zu einem Shooting nach Florida geschickt?
So bleibt doch, junge, schöne Menschen! Ihr dürft euch auch Erstis nennen und Cafete sagen. Ihr dürft eine ernste Zeitung abonnieren und heimlich die Vanity Fair lesen. Ihr dürft mit 7 Coffe-to-go-Pappbechern durch die Uni schlurfen und auch kistenweise Bionade trinken. Klingt das nicht verlockend, junge, schöne Menschen? So bleibt doch, junge, schöne Menschen!
Und wenn ihr schon geht, dann nehmt mich wenigstens mit. Ich bin auch jung und schön.
Sniffin’ glue is not for you
Heute mal ein Schwank aus meiner Jugend, der mit folgender Meldung in der Lokalzeitung endete:
„ Um 2:30 Uhr wurde an der gleichen Stelle ein 21-jähriger Münchner mit seinem BMW kontrolliert. Sein Verhalten zeigte Anzeichen auf Einnahme von Drogen, so die Polizei. Ein Drogenschnelltest auf Opiate verlief positiv. Bei dem Mann wurde eine Blutentnahme durchgeführt.“ (08.11.2005, Donaukurier)
In meinen Augen verlief das so: Heimfahrt nach Konzert, komisches Jackett am Leib, zu bunter Schal, die Frisur wie damals üblich. Zu den Darstellern gehöre ich sowie zwei blutjunge Möchtegernsheriffs der Dorfpolizei.
Polizist 1: Grüß Gott, allgemeine Vekehrskontrolle, haben sie was getrunken?
Ich: Nein.
Polizist 1: Steigen’s a mal aus.
Wie der Blasetest (oder wie auch immer man das in Fachkreisen nennen mag) ergab, hatte ich nicht gelogen, doch die freundlichen Herren ließen nicht locker.
Polizist 2, die Nase ins Auto haltend: Riechst du des a?
Polizist 1: Jetz, wo’sd as sagst!
Polizist 2, zu mir: Haben Sie irgendwelche Drogen genommen? Sagen sie’s lieber gleich!
Polizist 1: Wir haben da an Drogenschnelltest, gehn’s mal da hinter, pinkeln’s in den Becher.
Unnötig zu erwähnen, dass mir ausgerechnet in diesem Moment nicht nach pinkeln zu Mute war. Hier fing womöglich auch das Verhalten an, das Anzeichen auf Einnahme von Drogen zeigte. Als es dann doch geklappt hatte und der Drogentest ergab, dass ich nicht schwanger war, dafür aber mindestens 10kg Opium zu mir genommen hatte, wurde es brenzlig.
Polizist 1: Befindet sich etwas in Ihren Taschen, an dem ich mich verletzen könnte?
Polizist 2: Befindet sich in Ihrem Wagen etwas, an dem ich mich verletzen könnte?
Fehler die ich beging gab es mehrere:
1. Ich war höflich und konnte die ganze Geschichte nicht glauben, die Cops kamen sich verarscht vor.
2. Ich überlegte die ganze Zeit, ob mein Getränk irgendwann unbeaufsichtigt war und mir jemand eine Wunderdroge eingeschenkt hatte, die zwar im Urinschnelltest nachweisbar war, aber sonst keinerlei Wirkung zeigt .
3. Ich hatte Kafka gelesen.
Los Polizistos zogen ihr Spiel tatsächlich durch, setzten mich auf die kindergesicherte Rückbank, daneben ein Abschussbereiter Polizist 2, beschlagnahmten das Auto meiner Eltern und fuhren mit mir aufs Revier. Dort durfte ich noch weitere erheiternde Drogentestspielchen machen, also auf einem Bein stehen, mit geschlossenen Augen einen betsimmten Zeitraum abschätzen, Blut abnehmen lassen etc. und Polizist 1 dabei zusehen, wie er kläglich auf seine Schreibmaschine einhackt. Zwei Stunde später wurde ich von den freundlichen Beamten dankenswerterweise doch noch nach Hause gefahren, was meinen Eltern natürlich einen weiteren Schock ihres Lebens einbrachte: Bub daheim, Auto aber nich.
Montag darauf dann eben oben zitierter Artikel in der Zeitung, was meine Eltern von Menschen erfuhren, die eigentlich noch gar nicht hätten wissen können, dass ich der BMW-Giftler bin. So ganz haut das mit der Anonymisierung bei der Zeitung also auch nicht hin. Schließlich muss ich aber sagen, dass mich die spröde deutsche Bürokratie vor den übereifrigen Bauernbullen bewahrt hat und das Verfahren eingestellt wurde. Nicht aus Mangel an Beweisen, sondern weil der Bluttest tatsächlich negativ ausgefallen war. Übrigens: never eat tschechischen Mohnkuchen and drive!
….(weiß)
Eine Farbe liegt im Trend, sie heißt weiß. Weiße Wolken, weiße Hunde, weiße Autos. Weiße Autos??? Ohja! Immer mehr Menschen -und nicht nur Lieferwagenfahrer- wagen sich an weiße Autos ran, bei den Neuzulassungen der Sportwagen liegt weiß schon bei 16%. Eine Farbe der frühen 90er war rot oder noch besser bordeauxrot. Darauf folgte eine Phase, in der praktisch jedes Auto silber war. Nun also weiß.
Es gibt Menschen, die behaupten, das Weiß stehe für Unschuld und vor allem für Reinheit. Die Autos seien keine bösen Luftverpester, sondern vierrädrige, pferdeapfelarme Schimmel. Ich glaube, so ein schlechtes Gewissen haben die Alltagsrennfahrer noch nicht, denn weiß tragen ja vor allem die Audi TTs, BMW-Coupés, Porsche Caymans und nicht die kleineren, sparsameren Renault Clios, VW Golfs oder Opel Astras. Ich sehe den Urspung des Trends ja im Arabischen Raum. Die Herren Scheichs sind ziemlich autogeil, aber in der Wüste ist es so damn hot, da sollte das werte Lieblingsspielzeug doch besser weiß sein. Bei den Flügen nach Thailand oder Australien, bei denen man blöderweise in Dubai zwischenstoppen muss, stellten dann immer mehr Menschen fest, dass weiß an schnellen Autos ja gar nich soooo doof aussieht. So kam der Trend dann nach Kalifornien, da ist es ja auch heiß. Und wenn er schon in Kalifornien ist, ist der Trend doch gleich viel heißer und flux bei uns gelandet.
Bei Autos korrespondieren Form und Farbe in ganz spezieller Weise. Ein Audi TT sieht in weiß schnittig und schnell aus, in bordeauxrot mag man gar nicht mehr hinschauen. Ein alter kugelförmiger Ford Fiesta hingegen badet dankbar in seinen Weinfarben, während weiß ihn als hässlich entblößen würde.
Ein weiterer Ausgangspunkt für den Weißtrend soll der Appel iPod sein, eines der ersten technischen Geräte, das durch die Weißheit stylish wurde. Und tatsächlich scheint es so, dass es die Verbindung weiß+Technik erst seit dem iPod gibt, denn selbst in der sonst so weißen Medizin wird noch beim Narkosegerät mit Pastelltönen gespielt. Wie kamen aber die Appleguys auf weiß? Schlechtes Gewissen?
Oans, zwoa,…
Die Wiesn 2007 ist vorbei. Mei. Es ist ja schon immer ein großer Spaß, besonders wenn man an einem Tisch mit drei Australiern, einem Inder, zwei Italienerinnen und zwei Hamburgerinnen, die einfach alles küssen, platz nehmen darf. Zweieinhalb Stunden Anstehen in the blistering cold (Gut, es war herrlichstes Wetter, aber es hätte auch bitterkalt sein können, nöö?) nimmt man da auch gerne in Kauf. Dummerweise gibt es abgesehen weiblicher Promiskuitätsversprechen keinen Trick, der einen Türsteher zu einer vorhersehbaren Reaktion (also dem Einlass der Guten) verführen würde. Es wurde Belabern, italienisches Belabern, Betteln, italienisches Betteln, Motzen, italienisches Motzen, Bestechung, Sich-als-Bedienung-ausgeben, Seinen-Körper-feil-bieten etc. ausprobiert, fast alles ohne Erfolg. Hat man die Schwelle der heiligen Bierhalle dann doch endlich überschritten, bietet sich einem das ganze Spektrum alkoholisch motivierten Entertainments. Steig auf die Bank, stoß an und be a part of it!
Auf der Wiesn liebt ja eigentlich jeder jeden, es herrscht ein unheimlicher Frieden für diese Mengen an Menschen+Alkohol, lächerliche Preise werden belustigt hingenommen und niemanden interessiert es, was da gerade für Musik läuft, Hauptsache man kann dazu grölen. Eigentlich das Paradies. Warum braucht es dazu soviel Bier, hübsche Verkleidungen und Herbstsonne? Kann ich nicht auch mal im Winter beim Penny auf das Warenförderband springen und Paare zueinander führen? Können uns die Australier nicht auch wegen unserer tollen Frisuren und nicht nur wegen des köstlichen und enthemmenden Bieres lieben? Und was ist eigentlich mit diesen Italienern los? Eijeijei…
Der Fausto
Bis zu einer gewissen Länge hat Fausto das Haar von Rainer Langhans. Wird diese Länge überschritten, verbinden sich die Haare zu Wollwürsten und aus Fausto wird Dreaddog. Um dies zu verhindern, wird er regelmäßig gemeinsam mit der Schafherde des Nachbarn geschoren. Naja, nicht ganz, aber geschoren wird er.
Aber was passiert einem Unglückskind wie unserem Lieblingshund beim Friseur? Natürlich, er wird ins Ohr geschnitten! Ooooooooooooooohhhh!
Mitleidsbekundungen bitte unter diesem Text hinterlassen, sie werden unmittelbar an Fausto weitergeleitet.







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