Archive for September 2007

Schi ahoi!

Ich möchte von einem schweren Schicksal berichten.

Es gibt einen Satz in meinem Leben, bei dem, immer wenn ich ihn sage, die Leute doof lachen, und das, obwohl der Satz vollkommen wahr, unprätentiös und ernst gemeint ist. Der Satz lautet:„Ich bin wirklich ein sehr guter Skifahrer.“

Der Skier

Es ist mir bis jetzt ein Rätsel, warum man mir diese Aussage nicht abkauft. Sehe ich nicht aus wie ein sehr guter Skifahrer? Habe ich nicht die Nase eines sehr guten Skifahrers? Spreche ich nicht wie ein sehr guter Skifahrer? Ich behaupte ja nicht, dass ich ein sehr guter Liebhaber sei, denn das wäre eine völlig immunisierte Behauptung, wer wollte das widerlegen? Dass ich ein sehr guter Skifahrer bin, kann man hingegen sehr leicht anhand weniger Parameter ermitteln: Geschwindigkeit, Technik, Stil. Ich fahre also schneller als die anderen, kontrollierter als die anderen und auch noch viel schöner als die anderen. Nicht umsonst nannte man mich in den östlichen französischen Alpen l’elegance. Wo soll man hier also Ansatzpunkte für Zweifel sehen?

All jene unter den Zweiflern, die den Mut dazu aufbringen, sollen mir ein Skiticket kaufen und das Wunder meiner Schwünge bestaunen! All die andern sollen andächtig lauschen und für immer schweigen!

6 comments September 30, 2007

Edel, Ede!

Ja Fuchsnarrisch, hat er’s doch geschafft! Edmund Stoiber, Edelede, der äh-äh-äh-äh-Edi schenkt uns zu seinem Abschied den Transrapid. I drah durch! Dabei wollt ihn doch niemand dringender als er. Früher war er ja der Messdiener vom Franz-Josef und auch SEIN Transrapid soll sowas wie die rechte Hand des Münchner Flughafens Franz-Josef-Strauß werden. So hat jeder sein Denkmal. Gut, dass der Bau wahnsinnig teuer wird und dass eigentlich keiner den schnellen Zug will, das ist schon blöd, aber sollte Edis Traum doch nicht Wirklichkeit werden, dann liegt’s nicht an ihm, sondern den restlichen Versagern der CSU, dem scheiß roten München und an der EU. Diese Hippies!

Die Zwei

Wie wohl das Abschiedsgeschenk des Beckstein aussehen wird? Um in der selben Liga wie seine Vorgänger spielen zu können, muss es ja schon eine Raketenabschussstation werden oder vielleicht eine Panzerdivision für jede Polizeiwache.

Übrigens haben wir Sprachwissenschaftler ja ein Herz für Edmund. Seine Versprecher deuten nämlich daraufhin, dass er den Codewechsel seiner Muttersprache ins Deutsche…äh äh äh äh vom Flughafen zum Hauptbahnhof!…äh äh… nicht in den Griff bekommt. Offensichtlich wehrt sich sein Körper gegen alles nichtbayerische und er leidet wie ein Hund. Deswegen geht wohl ein chinesischer Transrapid mal so gar nicht.

2 comments September 26, 2007

Leroy räumt auf

Also, wer mal einen großartigen, witzigen und klugen Kurzfilm sehen will, der gehe bitte hierhin oder lade ihn sich hier runter.

Der Leroy

In „Leroy räumt auf“ geht es um Rassismus, Nationalismus, das Dasein als Klischee/Minderheit/Unterdrückter und ganz generell um das überkorrekte Deutschland. Was der Film hier besonders gut schafft, ist eine witzige Aufarbeitung eines äußerst ernsten Themas, ohne dabei allzu pietätlos zu werden, was ihm zurecht den ersten Preis beim Time to live Filmfestival und die Umsetzung ins Kinoformat (ab 27.09. zu sehen) eingebracht hat.

Die Lösung des Skinheadproblems, die der Film vorschlägt, ist so einfach wie genial: der totale Ausverkauf einer Subkultur durch vollkommene Kommerzialisierung. Was bei Punk, RAF oder Hippietum funktioniert hat, soll auch den Glatzenschlägern den Garaus machen. Ob’s funktioniert…wer weiß, ein Kurzfilm heißt nicht umsonst Kurzfilm.

Interessant ist aus gegebenem Anlass aber nicht nur der Blick auf die Nazis, sondern auch auf die Subkultur, denn angeblich ist der islamistische Terrorist (zumindest der mit westlichen Wurzeln) der neue Punk. Mit nichts könne man deutsche Eltern mehr ärgern als  mit der Konversion zum Islam und auch der härteste Heavy-Metal sei Kinderkram im Vergleich zur Karriere eines Gotteskriegers. Das Selbstmordattentat also als Rebellion gegen die Eltern? Und die Djihad-Boygroup womöglich als Retter der Welt? Leroy, räum auf!

1 comment September 24, 2007

Fleischeslust

Gestern las ich in der Zeitung, dass der Kannibale von Rothenburg alles andere als glücklich über seine sagenwirmal „Tat“ ist.

Auf den ersten Blick hatten sich da zwei Menschen gefunden, die wie für einander geschaffen schienen: der eine wollte essen, der andere gegessen werden. Doch der Teufel steckt wie immer im Detail. Denn während der Gegessene nichts weiter als ein Hardcoremasochist war, der unter möglichst großen Schmerzen sein Glied los werden wollte, ist es des anderen höchstes der Gefühle, sich den Menschen, den er liebt, vollkommen einzuverleiben.

Wir sehen also zwei Haken: einer musste am Ziel seiner Träume, der Entgliederung, sterben, der andere aß einen Menschen, den er womöglich doch nicht einmal wirklich liebte und das auch noch mit dem fahlen Beigeschmack, ihm großes Leid angetan zu haben. Ihr seht, liebe Kinder, das mit den Gefühlen ist so eine Sache…

…und LIFE’S A BITCH!

15 comments September 18, 2007

Hard-Fi

Und übrigens: wer noch mehr „Oohhh Ooooh Oooohs“ und „Aaaah Aaah Aaahs“ mitsingen möchte als bei den Kaiser Chiefs, der kaufe sich bitte das neue Album von Hard-Fi namens Once upon a time in the West. Ein Haufen Hits und ein Sound, der zwar glatter als Klaxons klingt, der aber trotzdem so jetzig ist, wie’s nur geht. Fein.

Die Platte

Add comment September 16, 2007

Oh Benny!

Benjamin von Stuckrad-Barre hat eine erstaunliche Karriere hinter sich für jemanden, der mittelmäßig über das Dasein als mittelmäßiger Verfasser mittelmäßiger Texte schreibt. In den 90ern, als Oasis noch wild und cool und in waren, da galt auch der Benny, selbst großer Oasisfan, als wild und cool und in. Und es hatte auch tatsächlich seinen Reiz, diese Geschichten über prätentiöse Medienmenschen und Drogen zu hören, man nannte das damals Pop. Aber mit der Zeit wurden Bennys Bücher unmotivierter, langweiliger, inhaltsloser, am Ende begnügte er sich damit, Internetrecherchern zu veröffentlichen, im Moment tourt er mit einem Best-of durchs Land, Bennys Greatest Hits. Ärgerlich, wenn man wie im Fall des Internetrecherchenbuchs Was wir wissenauch angesichts der Gastleser einen witzigen Abend erwartet, dann aber wirklich nur vorgelesen wird, was der Autor bei Google eingab und was Google antwortete. So wurschtelt sich der Barre von Gage zu Gage und manchmal kommt sogar etwas witziges dabei heraus. Für den Spitzensender 3sat erkundete er einmal die Schweiz, da war seine Arschlochigkeit/verbrüdernde Unverschämtheit durchaus nett anzusehen und davon hätte man sich fast mehr gewünscht. Jetzt aber ist irgendwas ganz schief gegangen: der sich ewig in den Vordergrund drängende Stuckrad-Barre hat eine Cameorolle ergattert. Allerdings nicht im Tatort, wie man das von einem Popintellektuellen erwarten würde, nein, er spielt einen Rosenverkäufer in den letzten Sekunden des Horst-Schlämmer-/Hape-Kerkeling-Videos „Gisela“. Dass Hape Kerkeling so einen Mist raushaut, ist schlimm genug (am besten ist noch der hysterische Backgroundfalsettchor), aber Benny…mei…Benny…

Der Benny

Naja: IT’S NOT OVER NOT OVER YEAH!

10 comments September 16, 2007

Auweia!

Es gibt erwachsene Menschen, die zum Einschlafen die Abenteuer der ??? oder von Hui Buh hören, doch es geht absurder. Plüschtiere mit Riesenpenissen gehören definitv in die Kategorie „Dinge, die die Welt nicht braucht“. Deshalb sollte man für 12$ zuschlagen, bevor es jemand merkt. Kaufanreiz könnten auch die Namen der Viehcher sein: Bendover Rover, Quickie der Rammler, Dinga Ling Ling der Panda, Teddy Bare der Bär…

Bilder erspar ich uns an dieser Stelle.

24 comments September 11, 2007

Willst du?

Beim Essen hörte ich heute eine Frage, die ich nur mit ja, ja und nochmals ja beantworten kann. Ja, ich will! Ja, ich muss! Und wenn es das letzte ist, was ich tue! Niemand wäre besser dafür geeignet! Niemanden dürstet es mehr danach als mich! Niemand anderem würde ich es gönnen! Die Frage lautete:

Willlst du.
einmal..
Professor…
für römisches Recht…
in Russland..
werden.

Wenn es um römisches Recht geht, werde ich impulsiv. Zum Runterkommen deshalb ein Gedicht aus deutschen Landen über deutsche Lande:

Thüringen (von Rainald Grebe)

Zwischen Dänemark und Prag
liegt ein Land, das ich sehr mag.
Zwischen Belgien und Budapest liegt
Thü-hühühü-hühühü-hühühü-hühühü-
hühühü-hühühü-hühüringen.
Das Land ohne Prominente.
Na gut, Heike Drechsler, aber die könnte
auch aus Weißrussland sein.

Thüringen, Thüringen, Thüringen
ist eines von den schwierigen Bundesländern,
denn es kennt ja keiner außerhalb von
Thüringen.
Im Thüringer Wald, da essen sie noch Hunde
nach altem Rezept, zur winterkalten Stunde.
Denn der Weg zum nächsten Konsum ist
so weit
zur Winterszeit, zur Winterszeit.

P.S.: Die Typographie ist hier echt katastrophal.
P.P.S: Der Konsum ist der Supermarkt der DDR, er wird allerdings nicht mit langem /u/, sondern /Konnsumm/ ausgesprochen.

14 comments September 11, 2007

Bling

Du züchtest Kampfhunde? Du fährst ein großes schwarzes Auto aus Deutschland? Du hast dich anschießen lassen, um Streetcredibility zu sammeln? Was haben 50-Cent und Nelly, was du nicht hast? Richtig: Goldzähne! Um in dieser Hinsicht sein Outfit zu perfektionieren, muss man nicht mehr zum illegalen Ex-Sowjet-Zahnarzt, es gibt ja Mr Bling. Ab 9,oo$ gibt’s das Starter Kit, mit dem man seine Zahnabdrücke machen kann, um einen custommade Grill zu bekommen. Pimp your Zähne!

Die Zähne

5 comments September 10, 2007

Der Brickboy

Der Erwachsene der Postmoderne scheint seine Kindheit nie hinter sich lassen zu können. Er will spielen, er will malen, er will basteln. Mit dem Brickboy kann er wenigstens letzerem ein letztes Mal nachgehen. Man lädt sich die Schnittpläne umsonst als PDF herunter, schneidet sich das Papier seiner Wünsche zurecht und klebt an den markierten Stellen: fertig ist der Brickboy. Da das Kind von damals ja den Geldbeutel von heute allzu gern weit öffnet, kommen dann zum Beispiel der MickeyMouse-Brickboy oder der Brickboy im Louis-Vuitton-Outfit heraus (beide nicht im Bild, verstecken sich hinter den andern).

Der BrickboyDie Briquette

Die Jungs

8 comments September 10, 2007

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